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Erwartungen an den Wahlausgang in "The City"


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Erwartungen an den Wahlausgang in "The City"

Im Londoner Bankenviertel erhoffen sich die meisten Broker einen geldmarktfreundlichen Wahlausgang. Viele sehen sich bereits mit dem Rücken zur Wand. Das Vertrauen in die Konservativen ist stark, ebenso wie in die Labourpartei, während den Liberaldemokraten wachsendes Misstrauen entgegenschlägt.

Eine europäische Richtlinie über die Regulierung der Finanzmärkte ist in Vorbereitung. Die geplanten EU-Regeln würden Großbritannien nicht helfen, sondern eher bremsen, sind doch 80% der europäischen Hedge Fonds hier beheimatet. Viele Briten befürchten, dass die Richtlinie mehr und mehr Befürworter findet und somit ihren Landesinteressen schaden könnte.

Ana Haurie, Chef-Managerin von “Dexion Capital” warnte, “die Richtlinie geht gegen die Interessen unseres Landes. In Europa gibt es eine Antipathie gegen Hedge Fonds. Allerdings geht es bei der Richtlinie um mehr, sie ist sehr weit gefasst.”

Die EU-Finanzminister wollen am 18. Mai – nach der Wahl – über den kontroversen Text beraten. Das sollte schon Mitte März passieren, allerdings strich ihn die spanische EU-Ratspräsidentschaft zunächst von der Agenda, um Gordon Browns Wahlkampf nicht zu schwächen.

Iain Begg von der Londoner “School of Economics” erklärte, “es ist wichtig für unsere Wirtschaft, die britischen Finanzzentrem zu schützen – so wie in der gleichen Weise Tourismus wichtig für Frankreich und die verarbeitende Industrie wichtig für Deutschland ist, weil sie für Wohlstand sorgen. Was die Wählerschaft sucht, sind Richtlinien, die die konkurrenzfähige Position der “City” in London stützen. Gleichzeitig schlägt den Bankern viel Feindschaft entgegen, weil sie für die Rezession verantwortlich gemacht werden, sodass es gleichzeitig eine Nachfrage nach Regulierung und Kontrolle der Banken gibt.”

Der Branche, die schwere Einschnitte hinnehmen muss, nachdem sie einen golbalen wirtschaftlichen Abschwung ausgelöst hat, kündigte der zuständige EU-Kommissar Michel Barnier an: Jeder müsse realisieren, dass die sich auftürmenden Profite, die es vor der Finanzkrise gab, der Vergangenheit angehören.

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