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Frauen und Einwanderer im Schatten der Krise

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Frauen und Einwanderer im Schatten der Krise

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Sie zählen zu den größten Opfer der Rezession, die Frauen. Und das in doppelter Hinsicht. Zum einen benachteiligt durch die Wiertschaftskrise selbst, zum anderen wurden sie vergessen bei den Wiederaufbauprogrammen. Mary Collins von der European Women’s Lobby beklagt: “Am Morgen nach der Krise sind Frauen vollkommen in den Hintergrund geraten. In den ersten Tagen richtete sich die größte Aufmerksamtkeit auf die Männer und die Wirtschaftszweige, in denen naturgemäß viele Männer arbeiten, wie auf dem Bau, in der verarbeitenden Industrie und im Bankensektor.”

Um die sozialen Folgen der Krise ging es diese Woche im Europarat. Belém Roseira, portugiesische Sozialisten in der dortigen parlamentarischen Versammlung, schlägt vor, die Krise als Chance zu sehen: Indem sich nun wirtschaftliche Entwicklung mit sozialem Fortschritt verbinden. “Natürlich ist die Marktwirtschaft wichtig,” erklärt Roseira, “aber eine sozial reglementierte Marktwirtschaft bedeutet eine Marktwirtschaft der nachhaltigen Entwicklung. Die Wirtschaft darf weder an Menschen noch an natürlichen Ressourcen Raubbau betreiben.”

Neben Frauen sind auch Immigranten stark getroffen von der Krise. Unter ihnen ist die Arbeitslosenquote oft doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Der Spanier Pedro Agramunt von der Europäischen Volkspartei stellte einen entsprechenden Bericht im Europarat vor. Er erklärt, “man muss geduldig bleiben und verstehen, dass es jetzt keine Lösung ist, alle vor die Tür zu setzen. Ganz im Gegenteil: Wir dürfen niemanden ausschließen. Und wir müssen unser zukünftiges Verhalten ändern. Noch vor 30 oder 40 Jahren haben die spanischen Einwanderer, die in die Schweiz oder nach Frankreich auswanderten, Arbeitsverträge bekommen. Genau so muss es heute wieder sein, und diese Idee müssen wir verteidigen. Dazu müssen die Zielländer mit den afrikanischen, asiatischen und amerikanischen Herkunftsländern zusammenarbeiten,” ergänzte Agramunt.