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Oppositionelle in Krankenhaus eingedrungen

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Oppositionelle in Krankenhaus eingedrungen

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Regierungsgegner in Thailand haben sich für den Sturm auf ein Krankenhaus entschuldigt.

Patienten, die zeitweise in Sicherheit gebracht worden waren, konnten inzwischen in die Krankenzimmer zurückgebracht werden.

Der Vorfall hat Zweifel geweckt an der Fähigkeit der Opposition, Kurs zu halten in der schon zwei Monate dauernden politischen Krise.

“Alle sollen Freiheit und Demokratie haben”, sagte eine Patientin, “aber wenn man von diesen Grundrechten Gebrauch macht, darf man die Rechte anderer nicht verletzen, schon gar nicht die von Patienten und Ärzten in Krankenhäusern.”

In der vergangenen Nacht waren rund 200 der sogenannten Rothemden die Klinik der Chulalongkorn-Universität in Bangkok eingedrungen, um nach Soldaten zu suchen – in der Annahme, diese würden dort einen Angriff auf die Demonstranten vorbereiten.

“Wir entschuldigen uns und werden den Krankenhausbetrieb nicht weiter stören,” sagte ein Anführer der Rothemden. “Wir werden unsere Leute davon überzeugen, dass sie sich friedlich verhalten müssen. Wir werden nur die Bewegungen im Krankenhausbereich von außen beobachten, aber wir werden nicht wieder in das Krankenhaus eindringen.”

Die nach ihren roten T-Shirts benannten Oppositionellen sind Anhänger des vom Militär gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Sie fordern den Rücktritt seines Nachfolgers Abhisit Vejjajiva und Neuwahlen.

In Bangkok gilt schon seit Wochen der Ausnahmezustand. Bei Zusammenstößen von Armee und Demonstranten waren allein am 10.
April in Bangkok 25 Menschen ums Leben gekommen.