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Massenkundgebung in der Türkei

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Massenkundgebung in der Türkei

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Erstmals nach drei Jahrzehnten haben sich mehr als 200.000 Menschen zur 1. Mai-Feier auf dem Taksim-Platz in Istanbuls Zentrum versammelt. Bislang waren Kundgebungen am Tag der Arbeit hier verboten, nachdem bei einer Schießerei am 1. Mai 1977 über dreißig Menschen ums Leben gekommen waren.

Diesmal herrschte trotz aller Polizeikontrollen eher festliche Stimmung. Zum Handgemenge kam es nur, als ein Gewerkschafter von der Menge daran gehindert wurde, eine Rede zu halten.

Versammlungsversuche der Gewerkschaften in den Vorjahren endeten mit Zusammenstößen und Polizeigewalt. Im vergangenen Jahr gab die Regierung nach, erklärte den Tag zum Feiertag und gab den Platz teilweise frei.

Zur diesjährigen Kundgebung für bessere Arbeitsbedingungen hatten mehrere Gewerkschaften und Parteien aufgerufen. Es war aber auch ein Gedenken an die Opfer von damals.
Manch Teilnehmer war auch 1977 hier.

Damals hatten Unbekannte, mutmaßlich Rechtsextreme mit Verbindung zum Geheimdienst, in die Menge gefeuert. Es kam zur Panik, bei der 36 Menschen starben.