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110 Milliarden für Athen: Ziehen Griechen mit?

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110 Milliarden für Athen: Ziehen Griechen mit?

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Griechenland erhält Kredite über 110 Milliarden Euro, um eine Staatspleite abzuwenden. Im Gegenzug muss das bankrotte Land massiv sparen. Die Finanzminister der 16 Euro-Länder besiegelten gestern den Handel in Brüssel. 80 Milliarden Euro kommen von den Euro-Ländern, 30 vom Internationalen Währungsfond. Bis 2014 soll Athen das Defizit von zuletzt 14 auf 3 Prozent drücken.

Der Direktor der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet sagte: “Dieses Programm ist an strenge Bedingung geknüpft, nämlich die relevanten politischen Reformen, und das auf sehr deutliche Art und Weise. Wir gehen davon aus, dass der Plan auch helfen wird, das Vertrauen in die Eurozone wieder herzustellen und ihre finanzielle Stabilität zu sichern.”

Doch viele Griechen sind gegen die drastischen Einschnitte. Sie befürchten, dass sie so erst recht in die Rezession rutschen. Der griechische Finanzminister George Papaconstantinou: “Es gibt keine Frage, das sind sehr schwierige Maßnahmen. Und es gibt auch keine Frage, dass es Proteste und geben wird und Menschen leiden werden. Aber wenn Sie sich die Umfragen ansehen, wenn sie ein Gefühl dafür bekommen, was in meinem Land vorgeht, dann sehen Sie ein tiefes Verständnis dafür, das ein Wandel notwendig ist.”

Die Löhne runter, das Rentenalter rauf; die Steuern erhöht. Bisher hat Ministerpräsident Giorgos Papandreou die mächtigen Gewerkschaften gegen sich, sie drohen mit neuen Streiks.

An den Hilfsmilliarden wollen Deutschland und Frankreich nun auch Großbanken und Konzerne beteiligt sehen, weil auch sie Gegenwind aus der Bevölkerung fürchten. Und wenn die EU-Staats- und Regierungschefs das Paket am Freitag abnicken, wollen sie auch über schärfere Sanktionen für Defizitsünder sprechen.