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Griechenland-Hilfe lässt Börsen kalt

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Griechenland-Hilfe lässt Börsen kalt

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Die Finanzminister der Eurozone wollen Griechenland in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 110 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahren – aber bei den Menschen in Athen hat dieses Vorhaben keine Begeisterung ausgelöst. Denn das Rettungspaket ist eng mit massiven Sparmaßnahmen verbunden, die die Bevölkerung ablehnt. Viele Geschäftsleute haben bereits ernste wirtschaftliche Probleme. “Ich erwarte nichts mehr. Ich bin sehr enttäuscht”, sagt ein älterer Mann. “Ich habe einen Juwelierladen, aber das Telefon hat in den letzten 25 Werktagen nicht einmal geläutet. Wir verlieren jeden Tag Geld.”

Auch an den Märkten löste der Beschluss der Finanzminister keine Euphorie aus. Zu groß ist die Furcht vor weiterem Widerstand in Griechenland gegen das Sparpaket der Regierung in Athen – die Griechen müssten die Maßnahmen annehmen, hieß es einhellig. Die europäischen Börsen verbuchten Verluste und Experten wie Alexandre Iatrides, Fondsmanager bei KBL Richelieu, gaben sich zurückhaltend: “Die Märkte haben diesen Plan bereits erwartet, daher gab es keine positiven oder negativen Reaktionen auf diese Nachricht. Die Frage ist nun, haben wir ein Problem auch mit anderen Staaten, die möglicherweise Hilfe von der EU oder dem IWF brauchen werden?”

Der Euro kam ebenfalls nicht in Schwung. Die Gemeinschaftswährung startete im Vergleich zum US-Dollar mit Verlusten in die neue Woche – und manche Analysten rechnen damit, dass die Talfahrt wegen der Sorgen um Portugal oder Spanien fortgesetzt wird.