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Wieder Proteste in Athen

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Wieder Proteste in Athen

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In Athen war es wieder ein Tag des Protests gegen die Sparpläne der griechischen Regierung.
Dabei kam es auch zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Vor dem Parlament versuchten einige Kundgebungsteilnehmer, Absperrungen zu durchbrechen. Offenbar bewarfen sie die Polizei mit Flaschen und Steinen; die wiederum setzte Tränengas ein.
Einige tausend Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen demonstrierten aber friedlich gegen das Sparprogramm, das morgen im Parlament beschlossen werden soll.
Es gab einen Protestzug der Lehrer und einen anderen der Rentner.
Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst streikten schon heute; morgen treten auch Angestellte aus der Privatbranche in den Ausstand.
Im Gegenzug für die Milliardenhilfe des Auslands muss das hochverschuldete Griechenland seinerseits
Milliarden einsparen. Dazu werden Gehälter und Renten gekürzt und Steuern erhöht.
“Von 500 oder 600 euro können wir doch nicht leben”, klagt diese Rentnerin. “Wie sollen wir uns selber helfen können, wenn unsere Kinder keine Arbeit haben?”

Auf der Akropolis setzten – getreu ihrer Tradition – die Kommunisten ihr Zeiches des Protestes.
Hier hatte 1941 der Kommunist Manolis Glezos die Hakenkreuzfahne der deutschen Besatzer heruntergeholten und damit zum Widerstand
aufgerufen.
68 Jahre später lassen seine Genossen dort die Losung flattern: “Steht auf, Völker von Europa”

Anleger sehen das Sparprogramm aber als zu ehrgeizig an: Die Athener Börse verlor kräftig, der Euro rutschte im Verhältnis zum Dollar weiter ab, auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.