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Drei Tote bei Protesten in Griechenland

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Drei Tote bei Protesten in Griechenland

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Bei den Protesten gegen die griechischen Sparpläne sind drei Menschen ums Leben gekommen. Sie starben durch einen Brandanschlag auf eine Bankfiliale im Zentrum von Athen; offenbar erstickten sie am Rauch des Feuers.

Die Toten waren Mitarbeiter der Bank, zwei Männer und eine Frau; die Frau war im vierten Monat
schwanger.

Gewalttätige Demonstranten setzten auch weitere Bürogebäude in der Athener Innenstadt in Brand, oder warfen Schaufenster von Geschäften ein. Die Nachricht von den Toten taten manche als Finte der Regierung ab.

“Das kann doch wohl nicht wahr sein”, meint eine Frau hier. “Da drin sind drei Tote, und ein paar Leute meinen, die sollten da nicht sein. Unglaublich,
was ich von meinen griechischen Landsleuten hier höre!”

Auch andere griechische Städte erlebten solche Unruhen; in der Hauptsache war aber Athen betroffen.

“Angriffe auf Banken und auf das Parlament – nichts ist heute hier in Athen noch sicher. Es war faktisch ein Tag des Bürgerkriegs”, berichtet Euronewsreporter Sergio Cantone. “Die Griechen wollen kein Geld aus ihrer eigenen Tasche hergeben – so drücken sie es aus -, und das Reformpaket der Regierung steht vor schwierigen Tagen.”

An mehreren Stellen kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Oft geschah das, wenn Demonstranten zum abgesperrten Parlament vordringen wollte, wo die Abgeordneten über das Sparprogramm berieten.

Die Protestierenden warfen mit Brandsätzen ebenso wie mit Flaschen oder Steinen; die Polizei setzte ihrerseits Tränengas und Blendgranaten ein. Acht Menschen wurden laut Polizei bei den Ausschreitungen verletzt.