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Gas aus Kohle: Energie und Chance für Kohlenpötte

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Gas aus Kohle: Energie und Chance für Kohlenpötte

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Wasserstoff gilt als der Energieträger der Zukunft – er könnte mal aus Kohlegruben kommen. Chemische Prozesse – komplex und risikoreich – könnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: eine neue Energiequelle erschließen und Europas darniederliegenden Kohleregionen eine zweite Chance verschaffen

Im polnischen Kohlerevier rund um Katowitz, im Süden des Landes, werden immer noch jedes Jahr tausende Tonnen Kohle gefördert. Und es gibt hier eine ganz besondere Mine. Etwa 20 Meter unter der Erde arbeiten Wissenschaftler, keine Kumpels. Mit einem ehrgeizigen Traum im Kopf.

Krzysztof Stańczyk, Projektkoordinator “HUGE”: “Wir sind in einem Kohlebergwerk. Aber nicht, um Kohle zu fördern. Das hier ist eine experimentelle Mine. Und wir wollen hier herauskriegen, ob es einen alternativen Weg gibt, Energie aus dieser Mine herauszuholen. Wenn Sie zum Beispiel Sauerstoff und Wasserdampf in Kohle injizieren, kommt irgendwann Wasserstoff raus.”

Oben auf der Erde kann der Wasserstoff zu Energie werden in Gasturbinen, zu Wärme in Heizkesseln, oder als synthetischer Kraftstoff für die chemische Synthese zum Einsatz kommen.

Es ist früh am Morgen, ein Tankwagen mit flüssigem Sauerstoff steht bereit. Es ist der Startschuss für eine echte Pionierarbeit im Rahmen des EU-Forschungsprojekts namens HUGE. Ein komplexer, risikoreicher Anlauf zur Gewinnung von Wasserstoff … in den Tiefen des Kohle-Schachts.

Marian Wiatowski vom Polnischen Mineninstitut: “Wir leiten den flüssigen Sauerstoff aus diesem Tank in ein speziell gesichertes Becken. Dort dehnt er sich aus, verdunstet und verwandelt sich in gasförmigen Sauerstoff. Danach lassen wir das Gas mit Hilfe von Regelventilen in die Pipeline strömen. Der Vorgang wird kontinuierlich überwacht. Dann leiten wir dieses Gas direkt auf die Kohle, und es wird spannend – wir warten auf den Prozess der Vergasung.”