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Wie sehen Großbritanniens Jungwähler die Wahl?

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Wie sehen Großbritanniens Jungwähler die Wahl?

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Die jungen Briten lässt der Wahlkampf weitgehend kalt. Viele 18- bis 24-Jährige haben sich nicht einmal in die Wählerverzeichnisse eintragen lassen.

Die Politologin Jennifer Hudson merkt aber an: “Politikforscher unterscheiden gern zwischen formellem politischen Interesse – wählen gehen, einem Abgeordneten schreiben, für den Wahlkampf spenden – und informellem Interesse: politisch diskutieren, Petitionen unterzeichnen, demonstrieren oder zu einer Wahlkampfveranstaltung gehen. Und da gibt es einen Trend, dass junge Leute dies mehr ausprobieren und teilnehmen. Das haben wir nicht besonders gut erfasst.”

Studenten machen einen entscheidenden Anteil der Jungwähler aus. Sie stellen rund 1,5 Millionen Wahlberechtigte. Für viele wird es das erste Mal sein, dass sie ihre Stimme abgeben.

Was sie von der Unterhauswahl halten: “Um ehrlich zu sein, ist mir das ziemlich gleichgültig. All die Politiker und die großen Parteien haben ihre guten und schlechten Seiten. Sie kupfern doch alle gegenseitig ihre Ideen ab. Schauen wir mal, was wirklich passiert”, meint eine Studentin, ein anderer erklärt: “Alles, was wir sehen, ist eine Gruppe mittelalter weißer Männer, in die wir uns nicht hineinfühlen können, zu denen wir keine Beziehung haben. Sie sehen aus wie unsere Väter. Und wir haben nicht den Eindruck, dass sie die Dinge, die am wichtigsten sind, verstehen.”

Die Fernsehdebatten – eine Neuheit für die Briten – haben offensichtlich bei den Jungwählern Interesse geweckt, was sich in mehr Eintragungen in die Wählerlisten widerspiegelte. Besonders der Liberaldemokrat Clegg kam bei den jungen Leuten gut an.