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Griechenland trauert über Tote am Rand der Demo

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Griechenland trauert über Tote am Rand der Demo

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Einen Tag nach dem tragischen Tod von drei Menschen am Rand einer Großdemonstration stimmt das Parlament in Athen über das umstrittene Sparpaket ab.

Zwei Frauen im Alter von 32 und 35 Jahren und ein 36-jähriger Mann waren bei dem Brandschlag ums Leben gekommen. Vergeblich hatten die drei Bankangestellten versucht, sich auf das Dach des mehrstöckigen Gebäudes zu retten. Sie atmeten giftige Gase ein, verloren das Bewusstsein und starben in den Flammen.

“Ich habe schon damit gerechnet, dass etwas passieren könnte. Aber dass sie hergehen und Unschuldige verbrennen, das nicht. Das ist nicht in Ordnung. Protestieren ja, aber keine Dinge, die man einfach nicht tut.”

Nach ersten Ermittlungen zeichneten Überwachungskameras einen Vermummten auf, der die Scheiben der Bank mit einem Hammer einschlug. Anschließend warfen mindestens drei andere Vermummte Molotowcocktail in das Gebäude.

Der sozialistische Ministerpräsident Giorgos Papandreou zeigte sich bestürzt über den Tod der drei Menschen. Es gehe jetzt um verantwortliches Handeln. Es gelte, Demokratie und sozialen Zusammenhalt zu verteidigen und vor allem die Glaubwürdigkeit des Landes.

Das Sparpaket soll das Land vor dem Bankrott
bewahren. Es ist Voraussetzung für die Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Euroländer in Höhe von 110 Milliarden Euro.

Die Gewerkschaft der Bankangestellten hat zu einem 24-stündigen Trauerstreik für die Opfer der blinden Gewalt aufgerufen. Vor der Bank legten Menschen Blumen nieder und zündeten Kerzen an.