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Euro-Länder planen Radikalkur

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Euro-Länder planen Radikalkur

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Die Euro-Länder wollen die angeschlagene Gemeinschaftswährung mit einer Radikalkur sanieren. Noch an diesem Sonntag sollen die EU-Finanzminister zusammenkommen, um ein Notfallsystem für Mitgliedstaaten in Schwierigkeiten zusammenzufügen. Das beschlossen die Staats- und Regierungschefs der 16 Euro-Länder in der Nacht zum Samstag in Brüssel. Zuvor hatten sie das milliardenschwere Hilfspaket für Griechenland abgesegnet.

Mehr Transparenz und Überwachung des Derivatehandels: Das seien wesentliche Prioritäten der Europäischen Union, erklärte EU-Ratspräsident Herman van Rompuy. Außerdem wolle man sich mit der Rolle der Rating-Agenturen befassen. Die Gipfelteilnehmer hätten auch vereinbart, sich noch intensiver mit dem Krisenmanagement im Finanzbereich zu befassen, und mit der Frage eines fairen und erheblichen Anteils der Finanzbranche an den Kosten der Krise.

Die Krise hatte sich zum Beginn des Gipfels verschärft. Nicht nur Griechenland, auch Portugal und Spanien standen im Visier der Finanzmärkte. Und auch Italien gilt als gefährdet.

Portugals Ministerpräsident Jose Socrates kündigte durchgreifendende Sparmaßnahmen an: Alle geplanten öffentlichen Bauvorhaben würden ausgesetzt, sagte er und nannte eine Autobahn und einen Flughafen als Beispiele. Erst wenn bessere Finanzgarantien ausgehandelt seien, würden die Arbeiten beginnen.

An diesem Sonntag wollen in Brüssel nicht nur die EU-Finanzminister zusammenkommen; auch die Europäische Kommission hat eine Sitzung anberaumt.