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Ist der Euro jetzt gerettet?

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Ist der Euro jetzt gerettet?

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Der Wochenend-Marathon der EU-Finanzminister hatte nur ein Ziel: Um jeden Preis vermeiden, dass aus der Schuldenkrankheit eine europaweite Epedemie wird. So wurden gigantische Hilfspakete geschnürt, mit denen selbst Deutschland an seine Leistungsgrenzen stoßen könnte.

Und so soll der Rettungsmechanismus aussehen:

Bis zu 500 Milliarden euro sollen bereitgestellt werden. – 60 Milliarden davon kommen direkt von der EU-Kommission. – Falls das nicht reicht, kommen bis zu 440 Milliarden Euro schwere Hilfen aus der Zweckgesellschaft. – Und dann legt der Internationale Währungsfond noch ein Paket von 250 Milliarden Euro darauf

Die Zweckgesellschaft ist ein völlig neues Instrument, womit die 16 Euro-Länder Geld leihen und an finanzschwache Staaten weiterleiten können.

Gelder aus dem 60 Milliarden Euro-Topf der EU-Kommission werden zu einem Zinssatz von 5 Prozent an Länder der Euro-Zone verliehen. Bis zu 50 Milliarden von der Kommission stehen als Zahlungsbilanzbeihilfen für schwächelnde Nicht-Euro-Länder wie Lettland, Ungarn oder Rumänien zur Verfügung.

Die über die Zweckgesellschaft zu beschaffenden 440 Milliarden müssen die Euro-Länder nicht selbst auf den Tische legen. Sie garantieren nur für die geliehenen Summen. Die sind drei Jahre lang verfügbar, das Geld wird an den Finanzmärkten aufgenommen, um die Schulden der Wackelkandidaten unter den Euro-Ländern zu begleichen, und zwar zu den Bedingungen des IWF.

Der EU-Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Olli Rehn, unterstrich, die von den EU-Mitgliedern unternommenen Anstrengungen samt der Hilfen von der EU-Kommission und der Reaktion der Europäischen Zentralbank sollten zusammen den Nachweis erbringen, dass der Euro verteidigt werde, koste es was es wolle.

Die Europäische Zentralbank hat in dieser Situation ein Tabu gebrochen. Erstmals in ihrer Geschichte kaufen die europäischen Währungshüter Staatsanleihen an. Bleibt die Frage, ob die europäische Gemeinschaftswährung mit alledem wirklich ausreichend geschützt ist vor den Angriffen der Spekulanten.