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Viele Fragen rund um Euro-Rettungspaket

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Viele Fragen rund um Euro-Rettungspaket

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Das gigantische Rettungspaket für den Euro wirft bei Experten viele Fragen auf: Die Europäische Zentralbank bricht mit Tabus, und die No-Bailout-Klausel wird umgangen, nach der kein Euro-Land für die Schulden eines anderen einstehen darf.

“Im Grunde haben unsere Führer den Vertrag von Maastricht zerrissen”, meint der Politikforscher Daniel Gros am Rande der Europakonferenz des Weltwirtschaftsforums in Brüssel. “Die No-Bailout-Klausel ist weg, und die EZB hilft jetzt den schwächeren Länder aus ihren Haushaltsproblemen.”

Mögliche Eurokandidaten sehen ihre Chancen auf einen Beitritt zur gemeinsamen Währung angesichts
der jetzigen Probleme erst einmal dahinschwinden.

“Diese Aussicht ist jetzt weiter weg”, sagt Serbiens Finanzminister Božidar Djelić. “Wir wollen jetzt in diesem Jahrzehnt erst einmal unsere eigene Währung, den Dinar, stärken und unsere verantwortungsbewusste Haushaltspolitik fortsetzen.”

Auch die Frage einer EU-weiten Wirtschaftspolitik oder gar einer Wirtschaftsregierung taucht in dieser Lage wieder einmal auf – eine Frage, die aber die Union bisher spaltet.

“Das Kräftemessen zwischen Staaten und Märkten geht fürs erste wohl nach Punkten an die EU”, meint
Sergio Cantone, der Brüsseler Euronewsreporter.
“Trotzdem bleiben Zweifel, angesichts dieser Änpassung des Vertrags von Maastricht. Es ist noch unklar, inwieweit das zu einer stärkeren Integration in der Wirtschaftspolitik führen wird.”