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Papst: Angriff auf die Kirche ist die eigene Sünde

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Papst: Angriff auf die Kirche ist die eigene Sünde

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Zu Beginn seines Besuchs in Portugal hat Papst Benedikt der 16. so deutlich wie noch nie die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche angeprangert.

Die Kirche müsse lernen, um Vergebung zu bitten, aber auch die Notwendigkeit der Justiz erkennen. Und Vergebung ersetze nicht die notwendige Gerechtigkeit, erklärte er auf dem Flug von Rom nach Lissabon. Bislang war dem Papst häufig eine Taktik des Stillschweigens vorgeworfen worden.

“Die Angriffe auf den Papst und die Kirche kommen nicht nur von außen. Das Leiden der Kirche kommt von innen, von den Sünden, die innerhalb der Kirche begangen werden. Ich sehe das in erschreckender Weise.”

Erst kürzlich hatte der Papst das Rücktrittsgesuch des deutschen Bischofs Walter Mixa angenommen. In Irland und Belgien hatte es ebenfalls Rücktrittsgesuche gegeben. Das Echo in Portugal:

“Ich glaube nicht, dass die Dinge so liegen, wie sie behaupten. Das sind eher Gerüchte gegen die Christen”, meint ein Passant lapidar – ein anderer hingegen erklärt: “Wenn da Fehler begangen wurden, dann müssen wir alle und die Kirche auch die Fehler eingestehen.”

Höhepunkt der viertägigen Papstreise in Portugal ist ein Besuch im Wallfahrtsort Fatima. Dort will Benedikt der 16. am Donnerstag an den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Marienerscheinung von 1917 teilnehmen.