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Tories wollen schnelle Entscheidung

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Tories wollen schnelle Entscheidung

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Der Sieger drückt aufs Tempo: Stärkste Kraft sind die britischen Konservativen bei der Wahl geworden – aber zum Regieren brauchen sie trotzdem noch einen Partner. Mit den Liberaldemokraten kommen sie nicht recht voran; außerdem sprechen die jetzt auch mit der Labourpartei.

“Es ist Zeit für die Liberaldemokraten, sich zu entscheiden”, sagt David Cameron, der Chef der Tories. “Ich hoffe, sie entscheiden sich richtig, damit dieses Land die starke und stabile Regierung bekommt, die es dringend und schnell braucht.”

Die Tories bieten sogar ein Zugeständnis an, für eine Reform des Wahlrechts. Dieses Wahlrecht begünstigt die großen Parteien – wie gerade erst wieder zu sehen war. Deshalb ist so eine Reform wichtig für die kleineren Liberaldemokraten.

Allerdings können die “Lib Dems” diese Reform auch und vielleicht besser in einem Bündnis mit Labour bekommen; zwischen beiden – eher linksgerichteten – Parteien gibt es ohnehin mehr Übereinstimmung.

Der Lib-Dem-Vorsitzende Nick Clegg sagt aber nur, die Gespräche zwischen den Parteien hätten eine entscheidende Phase erreicht. Er wolle ebenso wie jeder andere schnell vorankommen und eine Lösung finden.

Wichtig war den Liberaldemokraten, dass Gordon Brown als Parteichef von Labour und damit als Regierungschef aufgeben wird. Mit Labour könnten die Liberaldemokraten – mit Brown dagegen nicht.

Der Parteifreund und Abgeordnete Peter Hain lobt Browns Entschluss: Gordon Brown habe das Land und die Labourpartei vor seine eigene Zukunft gesetzt. Das sei selbstlos und prinzipientreu, sagt Hain; Brown habe damit Führungskraft und Würde bewiesen. Auch Labour und Liberaldemokraten zusammen hätten aber im britischen Unterhaus keine Mehrheit: Sie bräuchten immer noch Unterstützung durch kleinere Regionalparteien. Auch für die Tories wäre so eine Unterstützung doch noch eine Möglichkeit, an die Macht zu kommen.