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Wall Street feiert Euro-Rettungsmassnahmen

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Wall Street feiert Euro-Rettungsmassnahmen

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Fast 4 Prozent plus an einem einzigen Handelstag – die Wall Street reagierte geradezu euphorisch auf den milliardenschweren Rettungsschirm für die Euro-Zone. Ein Börsianer nannte das Volumen des Auffangschirms für finanzschwache Länder der Euro-Zone beeindruckend. Die EU-Mitgliedsstaaten hätten gezeigt, dass sie handlungsfähig seien, wenn es darauf ankomme.

In Brüssel zeigte sich der Historiker Timothy Garton Ash dagegen eher nachdenklich:

“Wir haben hier auf dem Weltwirtschaftsforum sowohl von Manuel Barroso als auch von van Rompuy gehört, dass eine Finanz-Union eine Wirtschafts-Union brauche und die wiederum eine politische Union – das ist die Logik dieser Situation. Mein Eindruck ist jedoch, dass die meisten europäischen Länder nicht bereit sind, dieser Logik bis zum Ende zu folgen. Einschliesslich Deutschland, dass dazu ganz klar nicht bereit ist.”

Dass es noch eine Menge zu tun gibt und viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist, davon ist auch EU-Kommissar Olli Rehn überzeugt:

“Wir müssen die Handlungsfähigkeit Europas in punkto Wirtschaft stärken. Und zwar im Hinblick auf eine vorbeugende Kontrolle der einzelnen Staatshaushalte, um die Kriterien des Stabiltätspakts einzuhalten. Aber auch, um makroökonomischen Krisen widerstehen zu können. Die EU-Staaten müssen einschneidende Massnahmen ergreifen, um ihre Finanzen in Ordnung zu bringen, besonders Portugal und Spanien haben dies auch schon kürzlich angekündigt.”

In Portugal zum Beispiel soll Preeseberichten zufolge nicht nur die Mehrwertsteuer erhöht, sondern auch eine Art Sondersteuer auf das 13. Monatsgehalt erhoben werden – was viele Portugiesen auf die Barrikaden treiben dürfte…