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Cannes kann auch Politik

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Cannes kann auch Politik

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Euronews-Reporter Wolfgang Spindler spricht an der Côte d’Azur mit dem Festivaldirektor: “Hier ist der Große Manitou, Thierry Frémaux, Generaldirektor des Festivals. Thierry, das ist ein elftägiger Marathon, ein Langstreckenlauf für Verrückte. Wie hält man das durch?

Thierry Frémaux wehrt ab: “Zuerst einmal, es ist ein Vergnügen. Deshalb ist es leichter, das auszuhalten. Denn man trifft hier die Filmemacher, Festivalbesucher, die ganze Welt ist hier. Man empfindet derart dieses ungeheuere Privileg, hier zu sein, mit der Sonne und den guten Filmen, dass die 12 Tage wie im Fluge vergehen.”

Heute wird “Daquilla- Italien zittert” beim Festival gezeigt. Eine italienische Produktion, die sich mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi kritisch auseinandersetzt. Deshalb boykottiert Italiens Kulturminister das Festival.

Thierry Fremaux sagt: “Es gibt keinen Streit mit Italien. Die Festspielleitung von Cannes hat zwei italienische Filme ausgewählt. Einer davon gefällt einem Kulturminister nicht. Und der hat den Film übrigen gar nicht ganz gesehen, sondern nur einen Ausschnitt. Und er hat sich in der Öffentlichkeit beklagt, aber nicht bei uns. Uns steht frei zu entscheiden, was wir ins Festivalprogramm heben.”

Draquila ist ein satirischer Dokumentarfilm, der das Krisenmanagement der Berlusconi-Regierung nach dem Erdbeben von Aquila kritisiert. Italiens Regierung sieht in dem Streifen ein Propagandawerk und sieht die Politisierung des Filmfestivals von Cannes voranschreiten.