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Gewerkschaften gegen Spaniens Sparpaket

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Gewerkschaften gegen Spaniens Sparpaket

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Nach Griechenland ist Spanien an der Reihe: Mit seinem am Mittwoch im Parlament verkündeten Sparprogramm hat sich Ministerpräsident Rodriguez Zapatero auf einen Kampf mit den Gewerkschaften eingelassen. Unter dem Druck der EU, aber auch des US-Präsidenten will er die Gehälter von Staatsbediensteten um fünf Prozent kürzen, die von Ministern um fünfzehn Prozent.

An der Madrider Börse löste dies kaum Schwankungen aus. Sie hatte europaweit am stärksten auf den von den EU-Finanzministern beschlossenen Rettungsschirm für angeschlagene Mitgliedsstaaten reagiert, pendelte sich aber am Mittwoch wie die übrigen europäischen Börsen im Plus ein.

Spaniens Gewerkschaften wollen gegen das Sparpaket mobil machen, aber Freitag erst einmal mit Zapatero verhandeln. Noch gehen die Spanier nicht so auf die Barrikaden wie die Griechen.

Im Gegenteil, einige unterstützen den Vorstoß: “Die Regierung hätte das viel früher machen sollen. Wir haben es alle vorausgesagt, aber sie haben ja behauptet, alles sei in Ordnung. Alles, was sie taten, war, das Volk zu belügen”, meint eine Passantin. Eine andere schränkt hingegen ein: “Man hätte anderswo kürzen müssen, zum Beispiel den Banken Geld abnehmen.”

Gleichzeitig musste die Regierung einräumen, dass sich die Wirtschaft langsamer von der Rezession erholt als erwartet. Bei der EU-Kommission kamen ihre Sparpläne positiv an. Fragt sich, ob die Spanier sie so einfach schlucken oder demnächst streiken.