Eilmeldung

Eilmeldung

Schuldenkrise sorgt für grichisch-türkische Annäherung

Sie lesen gerade:

Schuldenkrise sorgt für grichisch-türkische Annäherung

Schriftgrösse Aa Aa

Die beiden Nato-Staaten gerieten in den vergangenen 50 Jahren immer wieder an den Rand eines Krieges. Zuletzt Anfang 1996. Im wörtlichen Sinne Stein des Anstoßes damals waren die winzigen Imia-Felseninseln in der Ostägäis. Sowohl die Türkei als auch Griechenland betrachteten diese als ihr Staatsgebiet. In letzter Minute konnte die Krise beigelegt werden. Allerdings wurde den Griechen dabei ihre militärische Unterlegenheit schmerzlich bewusst. Mit etwa einer halben Million Soldaten unterhält die Türkei nach den USA die zweitgrößte Armee der Nato. Die grechische Armee ist nicht einmal halb so groß. Ein für Griechenland ruinöses Wettrüsten begann. Bis vor Kurzem gaben die Griechen noch 3,2 % ihres Bruttoinlandsprodukts für Rüstung aus, weniger als die Türkei, aber weit mehr als irgendein anderer EU-Staat. Auch deswegen ist Griechenland an einer Aussöhnung mit der Türkei interessiert. 1999 kam Bewegung in die verhärteten Fronten. Auslöser waren Erdbeben in der Türkei und Griechenland. Die Erschütterungen mit ihren verheerenden Auswirkungen weckten Solidarität in der Bevölkerung beider Staaten.

Gemeinsame Benefizkonzerte für die Erdbebenopfer beider Länder ließen politische Differenzen in den Hintergrund treten. Auch jetzt ist es wieder die Not, die beide Länder zusammen bringt. Die Türkei möchte rein in die EU, und hat in Griechenland den stärksten Fürsprecher.

Griechenland will raus aus der Schuldenkrise, wenn es sein muss auch mit dem Geld türkischer Touristen. Deswegen soll jetzt die Visumspflicht für türkische Besucher abgeschafft werden.