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Kremltreue Jugendliche als Geschichts-Reporter

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Kremltreue Jugendliche als Geschichts-Reporter

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Gut 60 000 junge Menschen unter 30 haben in Moskau mit mehreren tausend Veteranen das Ende des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) gefeiert. Veranstaltet wurde die Kundgebung von der kremltreuen Jugendbewegung Naschi („Die Unseren“), von russischen Oppositionellen oft kritisiert wegen ihres wenig demokratischen Auftretens – staatstragend, Militärsport, nationalistische Ziele.

Naschi-Mitglieder brachten Geschichtsbücher mit, mit deren Darstellung die Organisation nicht einverstanden ist.

Ein Teilnehmer:
“Wir verschicken sie an Leute wie den georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili oder den Ex-Präsidenten der Ukraine Wiktor Juschtschenko, weil wir ihre Version der Geschichte nicht gut finden.”

Auch das zweite Großprojekt beschäftigt sich mit Geschichte:
Seit Mitte Februar machen Naschi-Jugendliche Zeitzeugen-Interviews mit Weltkriegsveteranen. Bis Jahresende sollen 150 000 Videos zusammenkommen, für eine Datenbank “gegen das Vergessen.”

Der Kampf gegen “Geschichtsklitterung” ist ein Lieblingsprojekt des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Vor allem den baltischen Staaten wird die Auffassung verübelt, sie seien von der Sowjetarmee besetzt worden und nicht befreit.