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Fallender Euro nützt der Exportwirtschaft

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Fallender Euro nützt der Exportwirtschaft

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Der Euro ist nach wie vor im Fokus. Die europäische Gemeinschaftswährung fällt und fällt, zeitweise notierte sie am Montag bei einem Dollar 22 40 und damit auf dem tiefsten Stand seit vier Jahren. Aber des einen Leid ist des anderen Freud’: Zwar werden Dollar-Importe teurer, aber die Exportwirtschaft wird durch den schwachen Euro angekurbelt, und davon profitieren Unternehmen wie der Luft-und Raumfahrtkonzern EADS: Nach Kaufempfehlungen mehrerer Banken waren dessen Aktien so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Experten beobachten die Entwicklung gespannt, so wie Alain Crouzat vom Analystenbüro Montségur Finance. “Wir werden sehen, wann die Zentralbanken entscheiden, dass die de-facto-Abwertung des Euro weit genug gegangen ist”, meint er, “und wann die Amerikaner nicht mehr wollen, dass ihre eigene Währung zu stark wird. In diesem Moment wird ein globales Machtspiel um die Stärke der Währungen beginnen.”

Vorerst aber dürfte es für den Euro stetig weiter abwärts gehen. Denn viele Händler und Investoren haben nach wie vor Zweifel – an der Fähigkeit des hochverschuldeten Griechenland, seinen rigiden Sparkurs umzusetzen, und auch am Zusammenhalt der Eurozone. “Es sieht danach aus, dass der Euro weiterhin fallen wird”, sagt Oliver Roth von der Close Brothers Seydler Bank, “weil wir eine nachhaltige Glaubenskrise in den Euro haben. Die Stabilität des Euro basierte auf der Disziplin der Länder und der Unabhängigkeit der EZB. Beides hat in den letzten Wochen enorm an Reputation verloren.”

Manche Experten gehen bereits davon aus, dass der Euro früher oder später auf Dollarniveau fallen wird. Andere sind optimistischer: Ihrer Meinung nach wetten Spekulanten gegen den Euro, der Gesamtmarkt aber setze auf eine Aufwertung.