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Im Dschungel der Öko-Gütesiegel

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Im Dschungel der Öko-Gütesiegel

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Laut einer Eurobarometer-Umfrage ist für 83 Prozent der Europäer die Umweltverträglichkeit eines Produkts sehr wichtig. Aber wie kann man sicher sein, dass auch grün drin ist, wenn grün daraufsteht?

Ökologie ist für Hersteller und Händler zu einem Schlüsselfaktor geworden. Mittlerweile finden sich zahlreiche umweltfreundliche Produkte und Angebote. Aber wenn es um Umweltlabel geht, kann es für Konsumenten schwierig sein, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden. Oft wird das Label nur zur Imageaufbesserung verwendet, erklärt Kommunikationsspezialist Solitaire Townsend: “Wir benutzen dafür das Wort ,grünwaschen’, wie in ,weißwaschen’, wie man etwa eine schmutzige Wand wäscht um sie sauber erscheinen zu lassen. Grünwaschen ist dasselbe, man lässt etwas grün erscheinen, was gar nicht grün ist.”

Für Jean-Francois Rixen von der belgischen Ecoconso-Vereinigung muss man sehr vorsichtig mit Produkten sein, die sich mit selbsterfundenen Umweltlabeln schmücken. “Manche Umweltlabel werden von den Produzenten selbst vergeben und oft nicht von einer unabhängigen Instanz überprüft”, sagt er. “Das kann für Verwirrung sorgen.”

Die vertrauenswürdigsten Umweltlabel sind jene, die von unabhängigen Zertifizierungsstellen vergeben werden. Dazu gehören etwa das “NF-Umweltlabel” in Frankreich oder das europäische Öko-Gütesiegel mit der Blume auf dem Logo. Rixen macht sich im Supermarkt auf die Suche – und wird fündig: “Das hier ist ein Reinigungsmittel, das das europäische Öko-Gütesiegel trägt. Es wird in jedem Land von einem Kommitee geprüft, also muss jedes Produkt die Prüfungen in Frankreich, Deutschland. Belgien und so weiter bestehen.”

Heute tragen immer mehr Produkte das Öko-Gütesiegel der EU, darunter Farben, Haushaltsreiniger, Glühbirnen, Fernsehgeräte, Textilien, aber auch Hotelzimmer und Campingplätze.