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Ölpest im Golf von Mexiko noch nicht gebannt

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Ölpest im Golf von Mexiko noch nicht gebannt

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Nach fast vier Wochen Kampf gegen die Ölpest scheint es im Golf von Mexiko einen ersten Hoffnungsschimmer zu geben. Nach diversen Fehlschlägen ist es Experten des Ölkonzerns BP gelungen, zumindest einen Teil des ausströmenden Öls abzusaugen. Dazu gelang es am Sonntag, ein Absaugrohr in die defekte Steigleitung einzuführen, über das dann das Öl zu einem Tankschiff hochgepumpt wird.

Allerdings warnt BP zugleich: Um das Leck in 1500 Meter Tiefe endgültig zuschließen, würde man noch bis zu zehn Tage brauchen. Das Absaugrohr sei noch keinesfalls die ganze Lösung des Problems, betonte der Verantwortliche Chief Operation officer von BP, Doug Suttles. Den nächsten Versuch wolle man in der zweiten Wochenhälfte unternehmen. Um das Leck zu verschließen, wollen die Experten große Massen von Schlamm und Geröll einsetzen, die unter starkem Druck in das Leck “geschossen” werden sollen.

Zugleich gab es aber auch neue Hiobsbotschaften: US-Wissenschaftler entdeckten riesige Unterwasser-Ölschwaden. Diese seien bis zu 16 Kilometer lang, sechs Kilometer breit und hätten eine Höhe von rund 100 Meter. Der Sauerstoffgehalt in der Nähe der Ölschwaden liege bereits rund 30 Prozent unter den Normalwerten, dies könnte sich zu einer Gefahr für Meerestiere auswachsen.

Außerdem befürchten Meereskundler, dass Teile der Ölschwaden auch weiter nach Osten auf Florida zu oder gar bis an die Atlantikküste der USA getrieben werden könnten. Noch können die Fischer von Louisiana ihrer Arbeit nachgehen – allerdings immer mit der Angst, dass die Ölpest auch ihre Fanggründe erreicht. “Das ist einfach katastrophal”, sagt Fischer Ron Price. Im Moment könnten sie noch arbeiten, Gott sei Dank! Noch sei das Öl nicht bis in ihre Gewässer vorgedrungen. So würden sie den Aufschub nutzen, bis der Dreck dann auch zu ihnen komme.

An den für ihre Artenvielfalt berühmten Küstenabschnitten der Bundesstaaten Alabama, Louisiana und Missisippi halten sich Helfer für Reinigungsarbeiten bereit – wohl wissend, dass sie die Tiere im Ernstfall nicht retten können.