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Tag gegen Homophobie - nicht wirklich international

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Tag gegen Homophobie - nicht wirklich international

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Homosexualität hat auf der Liste psychischer Krankheiten nichts zu suchen – das beschloss
vor gerade mal zwei Jahrzehnten die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seither ist der 17. Mai der Internationale Tag gegen Homophobie.
 
In vielen Städten der Welt lassen Schwule und Lesben, deren Freunde, Familien und Kollegen
Luftballons mit Botschaften gegen Homophobie fliegen – wie hier in Brüssel.
 
Aber die andere Wirklichkeit gibt es auch noch.
 
Juris Lavrikovs, ILGA-Europe (International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association)
Communication Manager:
 
“Eines der Hauptprobleme – europaweit, nicht nur in der EU – ist Gewaltkriminalität gegen Homosexuelle und Transsexuelle. Sogenannte LGBTI Menschen Lesben, Homo und Bisexuelle, Trans- und Intersexuelle haben ernste Probleme mit Gewalt und Hass. Fast jeden Tag äussert sich in der EU jemand öffentlich in dieser Richtung und zwar nicht nur aus radikale Organisationen, manchmal sogar Politiker. “
 
Nach Medienberichten hat sich die Hasskriminalität aufgrund sexueller Orientierung in Deutschland von 2007 bis 2009 verdoppelt – bei einer kaum einschätzbaren Dunkelziffer.
 
Weltweit sind homosexuelle Aktivitäten in mindestens 80 Ländern gesetzlich verboten. In sieben Staaten ist bei Verstoss die Todesstrafe möglich.
 
Immerhin wird der 17. Mai in mehr als 50 Làndern gefeiert – wie hier in Kuba – so die Organisatoren von der Nichtregierungsorganisation IDAHO (International Day against Homophobia and Trans).
 
Übrigens: Frankreich will die WHO auffordern, zur Feier des Tages auch Transsexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen…..