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Die Energiesparlampen Revolution

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Die Energiesparlampen Revolution

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Die herkömmlichen Glühbirnen werden aus dem Verkehr gezogen. Frankreich hat im Juni alle Glühlampen von über 100 Watt vom Markt genommen.

Ab 2012 wird ganz Europa nur noch von Energiesparlampen erhellt. Die eingesparte Energie entspricht in etwa der Jahresproduktion von zehn Atomkraftwerken. Der CO2 Ausstoß wird um rund fünfzehn Millionen Tonnen gesenkt.

Weiterer Vorteil der Energiesparlampe, sie leuchtet zehn Mal so lang wie eine traditionelle Glühbirne. Herve Grimaud der Leiter des Wiederverwertungsbetriebs Recyclum erklärt:

“In Frankreich haben wir letztes Jahr 4 Millionen Tonnen an Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren recycelt, das entspricht in etwa einem Drittel der verbrauchten Energiesparlampen. Die Wiederverwertungsanlage gibt es seit zwei Jahren und mit den recycelten Lampen konnten neue Produkte hergestellt werden.”

Die Energiesparlampen sind beim Einkauf teurer als die herkömmlichen Glühbirnen. Schätzungen zufolge geht die Rechnung trotzdem auf, eine Familie soll bis zu 50 € pro Jahr sparen. Delphine wohnt in der Nähe von Troyes, im Nordwesten Frankreich, sie hat sich schon umgestellt: “Es ist eine angemessene Investition, am Ende wird es sich auf die Elektrizitätsrechnung niederschlagen.”

Energiesparlampen sind Sondermüll. Man kann sie entweder im Geschäft abgeben, wo man sie gekauft hat oder in eine Sammelstelle bringen. Wer nicht weiss, wo die nächste Sammelstelle ist, wird im Internet fündig.

Die Wiederverwertungsanlage Recyclum, die ihren Sitz in Troyes hat, will bis 2016 die Zahl der recycelten Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren verdoppeln. In Troyes gibt es natürlich auch eine Sammelstelle.

Edwige Cammal, die Leiterin des Supermarkts sagt: “In dieser Sammelstelle gibt es Behälter aus Karton, die Kunden können ihre verbrauchten Energiesparlampen hineintun. Aber hier landen auch normale Glühbirnen.”

Nur die Glühlampen, auf denen sich das Symbol eines durchgestrichenen Mülleimers befindet, sind recycelbar. Herkömmliche Glühbirnen können nicht recycelt werden. Bei den Verbrauchern herrscht noch Verwirrung. Eine Kundin des Supermarkts sagt etwa: “Ich trenne den Müll nicht. Ich kaufe normale Glühhbirnen und werfe sie einfach in den Abfall.”

Glühbirnen und Halogenlampen gehören in den Hausmüll. Lediglich ausgebrannte Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen sind Sondermüll, da sie giftiges Quecksilber enthalten. Sie müssen umweltgerecht entsorgt werden. Nur dann können sie recycelt werden.

Christian Coulot, der Direktor der Wiederverwertungsanlage Remondis, in Troyes, erklärt den Vorgang: “In dieser Anlage werden pro Jahr 1500 Tonnen verwertet, 20% Energiesparlampen und 80%Leuchtstoffröhren. 98% des Materials kann recycelt werden. Das setzt sich wie folgt zusammen: es gibt 93% Glas, 3 bis 5% Metalle und 2% Puder.”

Das Glas der Leuchtstoffröhren dient zur Herstellung von neuen Röhren. Das Glas der Energiesparlampen wird in Glaswolle verwandelt.

Das giftige Quecksilber und andere Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium und Zinn sowie die Leuchtstoffe werden teilweise wiederverwertet. Die Lampen sollten nicht zerbrechen, denn sonst entweicht das Quecksilber.

Herve Grimaud, der Direktor von Recyclum, fasst zusammen: “Es ist schade Energiesparlampen nicht zu recyclen, da die Materialien wiederverwertbar sind. Und es ist umweltschädlich. In diesen Lampen ist eine kleine Menge an gefährlichen Substanzen, wie etwa leuchtendes Puder, das Quecksilber enthält.”

In Deutschland wurden im vergangen Jahr rund 35% der verbrauchten Energiesparlampen recycelt. Vorreiter auf dem Gebiet ist Schweden, dort wurden rund 80 % der Lampen wiederverwertet.