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Kritiker fürchten Freihandelsabkommen

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Kritiker fürchten Freihandelsabkommen

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Sie waren einer der Hauptgründe, warum die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten zum Stillstand kamen. Viele EU-Staaten fürchteten Nachteile für ihre Bauern, wenn Länder wie Brasilien oder Argentinien praktisch uneingeschränkt Fleisch in die EU exportieren dürfen. Nun sollen die Verhandlungen, die seit 2004 auf Eis liegen, wieder aufgenommen werden.

Noch immer gibt es viele Kritiker, wie José Bové von der Grünen Fraktion im Europaparlament. “Ich denke, diese Abkommen sind gefährlich für die europäischen und südamerikanischen Hersteller. Zum Beispiel will die europäische Nahrungsmittelindustrie heutzutage riesige Mengen von Milch exportieren, um Überschüsse zu erwirtschaften. Das gefährdet große Molkereien aus Uruguay, Argentinien und anderen Ländern.”

Die Länder des Mercosur versprechen sich vor allem für ihre Landwirtschaftsprodukte den Zugang zum europäischen Markt. Das Staatenbündnis ist bei Mais Nummer 2 auf dem Weltmarkt. Bei Soja sind es 35 Prozent. Vor allem Produkte mit hoher Qualität sollen nach Europa verschifft werden. “Ein Kuhhandel”, findet José Bové. “Heute wollen die großen multinationalen Unternehmen den südamerikanischen Markt erobern, um sich weiterzuentwickeln, und das auf Kosten der Zukunft der Bauern und der Gesundheit der Verbraucher.”

Die EU-Kommission erhofft sich dagegen eine Öffnung der südamerikanischen Märkte für die europäische Autoindustrie. Sollten die Verhandlungen gelingen, entstünde eine Freihandelszone mit 700 Millionen Menschen.