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Deutsches Leerverkaufs-Verbot sorgt für Irritationen

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Deutsches Leerverkaufs-Verbot sorgt für Irritationen

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Deutschland reagiert auf die Euro-Krise mit einem radikalen Schritt: Bis 31. März 2011 hat die deutsche Finanzaufsicht ungedeckte Leerverkäufe verboten – und damit für Ärger in der EU-Kommission gesorgt, die den deutschen Alleingang kritisierte. Im Bundestag begründete Kanzlerin Angela Merkel die Vorgangsweise mit der gegenwärtigen Lage: “Der Euro, der zusammen mit dem Binenmarkt das Fundament für Wachstum und Wohlstand auch in Deutschland darstellt, der Euro ist in Gefahr. Die Währungsunion ist eine Schicksalsgemeinschaft. Es geht deshalb um nicht mehr und nicht weniger als die Bewahrung und Bewährung der europäischen Idee.”

In einigen Ländern, darunter Belgien und Österreich, stieß die deutsche Vorgangsweise auf Zustimmung, ebenso wie in Portugal, wo ein entsprechendes Verbot bereits seit 2008 in Kraft ist. Und wie Ministerpräsident José Socrates erklärte, bleibt es aufrecht. Gleichzeitig verteidigte Socrates sein rigides Sparprogramm. “Ich kann nur für mich selbst sprechen”, sagte er, aber ich habe das Selbstvertrauen, um meine Pflicht zu tun. Das Land braucht solche Maßnahmen, sie sind notwendig und wichtig.”

Das ebenfalls gefährlich hoch verschuldete Spanien erklärte, vorerst kein Verbot von ungedeckten Leerverkäufen zu planen. Stattdessen legte die Regierung eine neue zehnjährige Staatsanleihe in Höhe von 6,4 Milliarden Euro auf. Ursprünglich wollte Madrid bis zu 7,5 Milliarden Euro aufnehmen. Griechenland konnte unterdessen dank der Finanzspritze der Euro-Partner eine zehnjährige Staatsanleihe mit einem Volumen von 8,5 Milliarden Euro in vollem Umfang bedienen. Der griechische Finanzminister erklärte, er hoffe, dass Athen schon vor 2012 an die Finanzmärkte zurückkehren könne.