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Französische Romantik in Venedig

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Französische Romantik in Venedig

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Man mag sich fragen, welche Verbindung zwischen Venedig und französischer Musik der Romantik besteht; – abgesehen von der Begeisterung, die die Komponisten der Zeit für diese Stadt hatten …

Nun, es gibt in Venedig das Zentrum für französische Musik der Romantik. Es ist im neu renovierten Palazzetto Bru Zane untergebracht.

Die “Bru-Stiftung” kümmert sich um Forschung, Umwelt und soziale Projekte. Ihr gehört der Palazzetto. Die Stiftung organisiert zum Beispiel Konzerte in Venedig, in dem schönen Konzertsaal des Zentrums, und mit internationalen Partnern in der ganzen Welt.

Die Direktorin des Zentrums, Michèle Roche, erklärt: “Man hatte mich nach Venedig geschickt, um dort einen Palast zu finden. Ich sah mir wundervolle Gebäude an. 5000, 3000, 1500 Quadratmeter. Und dann bin ich ganz unerwartet auf die Engel von Abbondio Stazio und die Fresken von Sebastiano Ricci gestoßen. In Venedig an solch einem Ort zu arbeiten ist wunderbar. Es fühlt sich gar nicht an wie Arbeit.”

Ein Ziel des Zentrums ist es, vergessene Musik der Romantik wieder zum Leben zu erwecken. Auch der Pianist Laurent Martin hat diesen Wunsch. In seinem Repertoir sind Werke bekannter und ganz unbekannter Komponisten. Er sagt: “Die Musik der Romantik ist eine Musik voller Gefühl und eine Musik, die sich an unser Gefühl wendet. Die Romantik, diese Zeit, das war Ausschweifung, Fantasie, große Gefühle. Unsere heutige Gesellschaft ist eher anonym und kalt. Gerade deshalb ist für diese Art der Musik ein Platz da, für eine Musik voller Gefühle.”

Unbekannte Komponisten auf dem Programm stehen zu haben, das ist ein Risiko, aber es kann auch ein richtiger Erfolg werden. Der wissenschaftliche Direktor des Palazzetto Bru Zane, Alexandre Dratwicki, meint: “Mit dem Festival “Romantisches Klavier” wollten wir niemandem Angst einjagen. Aber wir sind ein echtes Risiko eingegangen mit diesen vollkommen vergessenen Komponisten. Letztendlich hatten die Konzerte, von denen wir uns am meisten versprachen, nur einen bescheidenen Erfolg, und die mutigen Programme waren ausverkauft. Wenn man sein eigenes Markenzeichen entwickeln will, dann muss man sich etwas trauen, dann muss man etwas Mutiges tun.”

Julie Friez spielt Violine im Satie-Quartett. Sie glaubt an die Notwendigkeit der Kunst: “Die Kunst hat eine wichtige Rolle. Sie ist nicht nur zum Vergnügen da oder dazu, dass wir unser Leben besser meistern. Man muss nicht unbedingt ein Künstler sein. Man kann in ein Konzert gehen, in ein Museum oder ins Kino. Das alles lässt uns das Leben in einem anderen Licht sehen. Ohne die Kunst wäre das Leben nicht so reich und interessant.”

In unserem Beitrag hörten Sie den ersten und zweiten Satz aus dem Quintett für Klavier, zwei Violinen, Viola und Violoncello, op. 1, von Alexis de Castillon, gespielt von Laurent Martin und dem Satie-Quartett.