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Rumänien. Massenprotest gegen Sparpläne

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Rumänien. Massenprotest gegen Sparpläne

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In Bukarest haben zehntausende Menschen friedlich demonstriert. Sie wehrten sich gegen die drastischen Sparpläne der rumänischen Regierung, die diese mit dem Internationalen Währungsfond vereinbart hatte. Vor allem Beamte und Rentner müssen um ihre ohnehin schon kargen Bezüge fürchten. Der IWF verlangt, dass Rumänien seine maroden Staatsfinanzen auf Grund der globalen Finanzkrise saniert und bis spätestens 1. Juni die Löhne für Staatsbedienstete um 25 Prozent kürzt.
Da kommt keine Freude auf.

Ein protestierender Polizist sagte halb ironisch:“Wir haben hohe Löhne, deshalb sollen sie um ein Viertel gekürzt werden. Es ist besser, den Ministern das Gehalt zu streichen. Wir arbeiten Tag und Nacht, schieben unbeszahlte Überstunden.”
Eine Lehrerin meinte: “Unsere Hoffnung, dass die Gehälter und Renten nicht gekürzt werden, werden enttäuscht. Die Regierung will auch nicht sagen, was künftig mit uns geschehen wird.”
Ein Rentner bringt*s auf den Punkt: “Wir wollen diese Sparmaßnahmen nicht. Sie sollen anderswo das Geld auftreiben, deshalb sind sie in der Regierung.” Eine Krankenschwester sagte verbittert: “Können Sie sich vorstellen, was es heißt 25 Prozent weniger von 166 Euro zu haben? Kein Regierungsmitglied könnte davon leben. Ich lade sie aber ein, dass einmal zu versuchen.”

Die Internationale Währungsfond macht die Auszahlung der nächsten Kreditrate von diesen Sparmaßnahmen abhängig. Rumänien hatte bereits im Frühjahr 2009 einen Notkredit vom IWF von rund 20 Milliarden Euro erhalten.