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Künstliches Erbgut in Bakterium eingepflanzt

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Künstliches Erbgut in Bakterium eingepflanzt

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Aus dem Labor des US-Genforschers Creaig Venter wird eine Sensation gemeldet: Bakterien geschaffen mit künstlichem Erbgut.
US-Genetiker um Craig Venter bauten die Gene
eines Bakteriums mit einzelnen Erbgutstückchen nach und setzten dieses Kunstgenom dann in eine andere Bakterienart ein. Solz erklärt Venter: “Das ist das erste Mal, dass wir eine künstliche Zelle aus einem künstlichen Chromosom herstellen konnten. Das Chromosom wurde aus vier verschiedenen Chemikalien in Hefe zusammengesetzt, von der Hefe in eine Empfängerbakterienzelle transplantiert, woraufhin die Bakterienzelle sich durch das künstliche Genom in eine ganz neue Zelle verwandelte.” Ausgangspunkt zur Erschaffung einer künstlichen Zelle war eine Bakterie: Die Zusammensetzung ihres Genoms wurde von den Wissenschaftlern mit künstlichen Chemikalien kopiert. Ein künstliches Genom entstand. In eine andere Bakterie, deren Erbgut zuvor entfernt wurde dieses künstliche Erbgut eingesetzt. Das Ergebnis ist eine neue Bakterienzelle mit Namen JCVI-syn1.0, die sich zu teilen begann. Dies ist ein wichtiger Schritt für die zukünftige Entwicklung von Bakterien, die Biokraftstoffe herstellen oder das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid aufnehmen könnten oder für die Produktion von Impfstoffen.Doch Jennifer Miller, Leiterin von Bioethics International warnt: “Bei allen technologischen Entwicklungen muss man Vorteile und Risiken betrachten. Unsere Sorge ist, dass diese Erfindung in die falschen Hände, etwa von Bio-Terroristen gelangen könnte. Außerdem wissen wir überhaupt nicht, was mit diesen neuen Organismen oder neuen Arten in Zukunft passiert, wenn sie erstmal in die Natur gelangt sind.”
Aber bis dahin kann es noch dauern. Craig Venter und sein Team aus 20 Wissenschaftlern haben über zehn Jahre und über 30 Millionen Euro gebraucht, um JCVI-syn1.0 herzustellen.