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Cannes: Frankreichs Rechte in Rage

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Cannes: Frankreichs Rechte in Rage

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Mit seinem Film über den algerischen Freiheitskampf hat der französische Regisseur Rachid Bouchareb einiges an politischer Brisanz nach Cannes gebracht.

Schon im Vorfeld hatte der Wettbewerbsbeitrag für Aufsehen gesorgt. Kritiker warfen dem in Paris geborenen Filmemacher eine “antifranzösische” Perspektive vor.

Bereits bei der Vorpremiere von “Hors La Loi” (was man etwa mit: Jenseits des Gesetzes, übersetzen könnte) hatte es ungewöhnlich scharfe Sicherheitsvorkehrungen gegeben.

Politiker der konservativen UMP, wie des rechtsradikalen Front National bezichtigten Bouchareb der Geschichtsklitterung:

“Das ist eine Schande für Frankreich und die Veteranen von damals. Bitte, sollen sie so einen Film doch machen,- aber bei sich, nicht hier in Frankreich.”

Regisseur Bouchareb zu der Kritik der französischen Rechten: Er mache Kino. Die Kritik sei doch völlig übertrieben. Er wolle mit seinem Werk genau das Gegenteil erreichen, nämlich einen ruhigen und besonnenen Dialog zwischen Algeriern und Franzosen anregen. Es sei doch interessant zu fragen, warum es gerade den Franzosen so schwer falle, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

In dem Film geht es um drei algerische Brüder, die sehr unterschiedlich mit der einstigen Unterdrückung durch die Kolonialmacht Frankreich umgehen und dabei auch vor Gewalt nicht zurückschrecken.