Eilmeldung

Eilmeldung

Obama zu Ölpest: Auch Washington muss lernen

Sie lesen gerade:

Obama zu Ölpest: Auch Washington muss lernen

Schriftgrösse Aa Aa

Seit einem Monat sprudelt Öl in den Golf von Mexiko – und der Ölkonzern BP beherrscht das ausser Kontrolle geratene Bohrloch in 1500 Metern Tiefe nicht.
 
Wohl erst am Dienstag werde man mit dem Versuch beginnen, die Ölquelle zu schließen, so ein BP-Manager. Die Vorbereitungen am Meeresboden seien zu kompliziert, um wie ursprünglich geplant an
diesem Wochenende starten zu können.
 
Macht wieder dreimal 800 000 Liter mehr Öl im Meerwasser.
 
Erst nach einer Woche werde man wisse, ob die geplante Methode das Loch tatsächlich schließe.
 
US-Präsident Barack Obama:
“Wir werden uns weiter an die verantwortlichen Unternehmen halten - nicht nur was eine transparentere Informationspolitik angeht. Sie müssen das Leck schließen, die Schäden beheben und die Amerikaner entschädigen, die einen finanziellen Verlust erlitten haben. Aber genauso wie wir weiterhin BP zur Rechenschaft ziehen werden, müssen wir auch Washington zur Rechenschaft ziehen. Diese Katastrophe ist beispiellos und stellt uns vor eine Reihe neuer Herausforderungen. Die Frage ist, welche Lehren können wir aus dieser Katastrophe ziehen, um sicherzustellen, dass so etwas nie wieder geschieht.”
 
Obama setzte eine unabhängige Kommission ein – man werde sich genau ansehen, wie die Ölindustrie arbeitet und wie sie zu regulieren sei.
 
Die überparteilich besetzte Kommission wird zwei Vorsitzende haben: den ehemaligen Gouverneur von Florida und Demokraten Bob Graham und den Republikaner William K. Reilly, der unter anderem Chef der US-Umweltbehörde und Präsident der Umweltstiftung WWF war.

Vor allem das US-Innenministerium ist in die Kritik geraten. Es leistet sich eine Abteilung, die die lukrativen Ölbohr-Lizenzen vergibt- und gleichzeitig die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften überwacht.
 
Obwohl das ausgelaufene Öl inzwischen im ökologisch sensiblen Marschland alles Leben erstickt, stellt kaum jemand die Förderung im Meer infrage. Gut die Hälfte aller Amerikaner ist in Umfragen weiter dafür, die Ölbohrungen vor der Küste fortzusetzen. Nur ein Drittel ist dagegen.
 
“Der Golf liefert uns jeden vierten Barrel Öl, den unsere Wirtschaft dringend braucht”, erklärte Amerikas BP-Chef Lamar McKay.