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Äthiopien wählt friedlich

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Äthiopien wählt friedlich

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Äthiopien hat ein neues Parlament gewählt. Kaum einer bezweifelt, dass die 32 Millionen Wähler Ministerpräsident Meles Zenawi im Amt bestätigen, das er seit 15 Jahren innehat.

Gegen die Partei Zenawis waren Vorwürfe erhoben worden, sie setze politische Gegner unter Druck. Während des Wahlkampfes hatte seine Äthiopische Revolutionäre Demokratische Volksfront (EPRDF), auf Wirtschaftswachstum gesetzt, auf Energie- und Infrastrukturprojekte und auf die Zusammenarbeit mit Investoren aus Russland, Indien und China.

Ein Wähler:
“Es läuft sehr gut, die Wahl scheint fair, keine Gewalt, niemand ballert herum. Alles friedlich. Die Menschen können sich frei bewegen und nach allem was wir sehen, wird die Arbeit gut erledigt. Keine Gewalt und wir sind alle frei.”

Die Wahl 2005 endete in einem Blutbad mit 200 Toten.

Erste Ergebnisse sind am Montag zu erwarten, ein Endergebnis erst in vier Wochen.

Äthiopien grenzt an die Unruhestaaten Somalia, Sudan und Eritrea und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.

Rund die Hälfte der Bevölkerung gilt als unterernährt.

Hauptursachen des Hungers sind Dürre und Überschwemmungen – verschärft durch verbreitete Entwaldung und Erosion – und ein Bevölkerungswachstum um 2 Millionen jährlich im vergangenen Jahrzehnt. Die Verschnaufpausen zwischen den Dürreperioden dauern nicht mehr bis zu 30 Jahre, sondern fünf.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat die UNO Äthiopien trotzdem deutliche Fortschritte bei Bildung und Volksgesundheit bescheinigt.