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Eurozone: Estland ante portas

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Eurozone: Estland ante portas

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Mitten in der Finanzkrise macht sich die Eurozone bereit, ein neues Mitglied aufzunehmen: nämlich Estland. Brüssel geht davon aus, dass Tallinn die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt – die Frage ist nur wann.

Estland will das 17. Mitglied der Eurozone werden. Laut EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso ist das Land reif für die Gemeinschaftswährung – trotz der Warnung der europäischen Zentralbank, dass das Inflationsrisiko in Estland zu hoch sei. “Estland erfüllt die Voraussetzungen und kann der Eurozone am 1. Januar 2011 beitreten”, so Barroso – und er fügt hinzu: “Lassen Sie uns in all den Diskussionen nicht vergessen, dass niemand die Eurozone verlassen will, sondern dass andere beitreten wollen.”

Grünes Licht also für Estland – und das kommt, wie viele denken, für die EU wie gerufen, denn es erlaubt ihr, das Gewicht der Gemeinschaftswährung zu unterstreichen. Auch wenn die Kommission betont, dass dies nichts mit der aktuellen Situation zu tun habe. Früher oder später, meint sie, werden alle EU-Mitglieder der Eurozone beitreten können – mit Ausnahme Großbritanniens und Dänemarks, die für sich eine Ausnahmeklausel reklamiert haben. Im kommenden Juli können die EU-Finanzminister, nach dem EU-Parlament und den Regierungschefs, dem Beitritt Estlands zur Eurozone endgültig zustimmen.

Was die verbleibenden acht Kandidaten betrifft, so sind sich die EU-Kommission und die EZB diesmal einig: Keiner von ihnen erfüllt die Konvergenzkriterien, nicht im Bereich der öffentlichen Ausgaben, der Preisstabilität, der Wechselkurse und Zinssätze oder der Inflation.

Aber viele von ihnen scheinen von den Vorgängen in Griechenland ohnehin zu geschockt, um einen raschen Beitritt zur Eurozone in Erwägung zu ziehen. Länder wie etwa Polen lassen sich lieber Zeit damit, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen. Brüssel will zudem vorschlagen, die wirtschaftliche Überwachung in der gesamten EU zu verstärken.