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Jamaika im Ausnahmezustand

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Jamaika im Ausnahmezustand

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Im Karibikstaat Jamaika hat die Regierung den Ausnahmezustand über Teile der Hauptstadt verhängt.

Bei Unruhen in Kingston wurden Barrikaden errichtet und Polizisten beschossen. Eine Polizeiwache wurde in Brand gesteckt. Schwer bewaffnete Gangster waren in den Straßen und auf Hausdächern der Hauptstadt zu sehen.

Hintergrund der Tumulte ist die von den USA geforderte Auslieferung des Drogenbosses
Christopher “Dudus” Coke.

Coke ist Anführer eines Verbrechersyndikats, das nach Angaben der Polizei in Jamaika, der restlichen Karibik, in Nordamerika und in Großbritannien aktiv ist.

Viele Jamaikaner verehren Coke jedoch wie einen Wohltäter, weil er ihren Kinder den Schulbesuch ermöglicht, Nahrungsmittel kauft und vor allem Streitigkeiten schlichtet, wie Medien berichten.

Nach US-Angaben kommt ein großer Teil des Reichtums “Dudus” aus dem Drogenhandel. Auch kämen viele der illegalen Waffen in Jamaika durch sein kriminelles Netzwerk ins Land.

Der Ausnahmezustand gelte vorerst für einen Monat, hieß es von Seiten der Behörden.