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EU will Grenzen öffnen für Bosnier und Albaner

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EU will Grenzen öffnen für Bosnier und Albaner

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Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Visapflicht für die potenziellen Beitrittskandidaten Albanien und Bosnien Herzegowina für den Schengen-Raum aufzuheben. Ihre Bedingung: Die Reisenden haben einen biometrischen Pass und bleiben nicht länger als 90 Tage.

Eine Welle von unbegründeten Asylanträgen solle diesmal verhindert werden. Die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström erklärte, es hätte früher Missverständnisse gegeben, als Menschen in EU-Mitgliedsstaaten um Asyl gebeten hätten. Brüssel habe mit Bosnien und Albanien Gespräche geführt, die ihrerseits eine Kommunikationsstrategie erarbeitet hätten: Dabei gehe es darum, die Bürger über ihre neuen Möglichkeiten aber auch ihre Grenzen zu informieren.

Im Dezember hatte die EU bereits die Visapflicht für Reisende aus Serbien, Mazedonien und Montenegro aufgehoben. Damals hatten zahlreiche Menschen, vor allem Albaner mit serbischen Pässen, in Belgien um Asyl gebeten. Viele mussten in den folgenden Monaten nach Hause zurückkehren.

Ernest Bunguri, ein Korrespondent des albanischen Rundfunks, sagte, “selbst wenn einige es gar nicht vorhaben, so gibt es dennoch die Information, dass kein Missbrauch möglich ist. Trotzdem glaube ich nicht, dass es so dramatisch werden wird wie damals mit Mazedonien und Serbien Anfang des Jahres.”

Allerdings sind an den Visaverzicht Bedingungen geknüpft. So sollen die Regierungen in Mazedonien und Bosnien-Herzegowina entschlossener gegen Korruption und organisiertes Verbrechen kämpfen. Die Entscheidung über die Visafreiheit treffen EU-Staaten und das Parlament voraussichtlich im Herbst.