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Spanisches Sparpaket trifft alle Schichten

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Spanisches Sparpaket trifft alle Schichten

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Es ist der härteste Sparplan in der jüngeren Geschichte des Landes – und die Spanier haben nicht viel Zeit, um sich auf die Belastungen einzustellen: Bereits im Juni werden die Beamtenlöhne um durchschnittlich fünf Prozent gesenkt, bevor sie im kommenden Jahr ganz eingefroren werden, ebenso wie auch die Renten. Minister und Bürgermeister müssen auf 15 Prozent ihres Lohns verzichten, die öffentlichen Ausgaben werden um 6 Milliarden Euro gekürzt und das Elterngeld in Höhe von 2.500 Euro pro Kind wird ersatzlos gestrichen.

Vom avisierten Einsparungsvolumen in Höhe von 15 Milliarden Euro bis 2011 sollen 5 Milliarden bereits 2010 10 Milliarden dann im kommenden Jahr erreicht werden. So will Madrid seine enorme Neuverschuldung von zuletzt 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis Ende 2010 auf 9,3 Prozent drücken. Bis 2013 soll der zulässige Höchstwert von 3 Prozent erreicht sein.

Experten wie der US-Ökonom Nouriel Roubini mahnen allerdings zur Vorsicht. Zu große Einsparungen könnte eine neuerliche Rezession in der Eurozone auslösen, so Roubini daher seien weitergehende Maßnahmen nötig. Seine Schlussfolgerung: “Sparen allein reicht nicht aus.”

Die Sparpläne treffen Spanien ausgerechnet in einer Zeit, in der das soziale Gefüge ohnehin zu bröckeln scheint. Mit einer Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent bildet das Land in der EU das Schlusslicht. Um die Spannungen nicht zu verschärfen, kündigte die Regierung auch die Einführung einer Reichensteuer an. 99,9 Prozent der Bürger seien davon nicht betroffen, hieß es. Der entsprechende Gesetzentwurf soll in den nächsten Wochen vorliegen.