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Ölpest im Golf von Mexiko: "Ein absoluter Albtraum"

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Ölpest im Golf von Mexiko: "Ein absoluter Albtraum"

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Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nimmt ihren Anfang am 20. April mit der Explosion der Ölbohrplattform “Deepwater Horizon”. Elf Angestellte kommen ums Leben. Zwei Tage später versinkt die Plattform des britischen Energiekonzerns BP im Meer und mit ihr mehr als zweieinhalb Millionen Liter Öl.

Die Steigleitung durch die das Öl nach oben befördert wird, bricht. BP wird heute vorgeworfen bei Material und Sicherheitsvorkerhungen gespart zu haben.

Von da an treten jeden Tag ungehindert mehr als 800.000 Liter Öl aus. Anfang Mai versucht BP den Ölteppich mittels schwimmender Barrieren in den Griff zu bekommen, um die Küsten Louisianas zu schützen. Der Versuch misslingt.

Am 8. Mai startet BP eine komplizierte Operation: eine Stahlglocke wird in 1.500 Metern Tiefe über das Leck gestülpt. Anschließend soll das Öl über eine Steigleitung auf ein Schiff gepumpt werden. Doch der Versuch scheitert, unter der Kuppel hatten sich hochentzündliche Hydrat-Kristalle gebildet, das Einsatzteam an der Meeresobeerfläche ist in Gefahr.

BP ist mit seinem Latein am Ende, bittet sogar im Internet um Hilfe. Sie setzen Millionen Liter an Chemikalien ein, um das Öl aufzulösen, nach dem Prinzip aus den Augen aus dem Sinn.

Das Öl sprudelt weiter. Nach etlichen Fehlschlägen setzt BP alles auf eine Karte und startet am 26. Mai Operation “Top Kill”.

Schätzungen zufolge fließen jeden Tag zwischen 800.000 und 3 Millionen Liter Rohöl ins Meer. Seit Beginn der Katastrophe also rund 110 Millionen Liter.
Bei dem Abdichtversuch wird ein Verteiler auf den Meeresboden herabgelassen. An der Oberfläche befindet sich eine Platform, über zwei Leitungen werden erst Schlamm und dann Zement nach unten gepumpt, um das Leck zu schließen.
Geht alles gut, stoppt der Gegendruck der Dichtmasse das aufsteigende Öl, “Top Kill” wäre erfolgreich.

Am Sonntag wird sich herausstellen ob die Operation geglückt ist. Falls BP scheitert und sich keine andere Lösung findet, wird das Öl bis zum Versiegen der Quelle ins Meer fließen. Und das könnte Jahre dauern. Schon jetzt ist es die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA.

Die Katastrophe schlägt hohe Wellen. BP wird einen hohen Preis zahlen und der amerikanische Präsident Barack Obama steht unter Druck. Schwer getroffen sind vor allem die geschützten Tierarten im Mississippi Flussdelta. Das geschädigte Ökosystem wird mehr als zehn Jahre brauchen, um sich zu erholen, wenn überhaupt.