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"Gay Pride" in Moskau diesmal ohne Festnahmen

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"Gay Pride" in Moskau diesmal ohne Festnahmen

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In diesem Jahr war alles anders: Keine Festnahmen, keine Prügel, keine Krawalle gab es, als in Moskau gut 30 Homosexuelle auf ihre schwere Lage in Russland hinwiesen. Möglich war das, weil sie erst nach einem stundenlangen Katz- und Mausspiel mit den Sicherheitskräften trotz eines Demonstrationsverbots im Moskauer Stadtzentrum zu einer gut zehnminütigen Aktion zusammenkamen. Organisator Nikolai Alexejew sagte, man habe das Recht zu demonstrieren, offen auf der Straße seine Meinung zu sagen, der Gesellschaft den eigenen Standpunkt zu zeigen. Die werde dann nämlich toleranter ihnen gegenüber werden. Die Männer und Frauen liefen mit einer Refgenbogenfarbe sogar ein kurzes Stück über den Leningradski-Prospekt, obwohl überall in der Stadt Hunderte Polizisten positioniert waren. Der britische Homosexuellen-Aktivist Peter Tatchell sagte, es sei wie zu Sowjetzeiten in Russland. Noch immer würden diejenigen, die friedlich protestieren wollten, von der Polizei und dem Geheimdienst gejagt, als seien sie Kriminelle oder Terroristen: “Das sind wir nicht. Wir sind friedliche, homosexuelle Menschenrechtsaktivisten.” In den Jahren zuvor waren bei der Moskauer “Gay Pride” regelmäßig Aktivisten festgenommen und von Radikalen zusammengeschlagen worden. Jetzt verhandelt der Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg über das Demonstrationsverbot.

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