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Kolumbianer wählen neuen Präsidenten

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Kolumbianer wählen neuen Präsidenten

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In Kolumbien hat die Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Als einer der ersten ging der scheidende konservative Präsidente Alvaro Uribe zur Abstimmung. Er regiert seit 2002 und darf verfassungsgemäß nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Uribe ist der wohl populärste Staatschef der vergangenen Jahrzehnte in Kolumbien.Trotz der Milliarden-Militärhilfe der USA hat aber auch er die grundlegenden Probleme des südamerikanischen Landes nicht lösen können.

Für Uribes Nachfolge kandidiert der ehemalige Verteidigungsminister Juan Manuel Santos. Der 58-Jährige kann Umfragen zufolge mit 35 Prozent
der Stimmen rechnen. 

Dem ehemaligen Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá, Antanas Mockus, der für die kleine Grüne Partei antritt und als absolut unbestechlich gilt, sagte die von der Zeitung “El Tiempo” in Auftrag gegebene Umfrage 34 Prozent voraus. Keine Chancen werden dem unabhängigen Kandidaten Robinson Devia eingeräumt.

Er protestiert seit drei Wochen mit einem Hungerstreil gegen die nach seiner Auffassung unfairen Bedingungen im Wahlkampf für die kommende Legislaturperiode. Die staatlichen Institutionen, Uribe und der Justizminister hätten nicht für gleiche Chancen für die neun Kandidaten gesorgt. 

Die Wahl findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die kolumbianische Regierung geht noch immer mit militärischer Gewalt gegen die marxistischen Rebellen der FARC vor. Die hohe Nachfrage nach Kokain in den reichen Ländern des Nordens heizt den Drogenanbau weiter an, die Armutsrate liegt in Kolumbien bei 46 Prozent.