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Ölpest im Golf von Mexiko: Kein Ende in Sicht

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Ölpest im Golf von Mexiko: Kein Ende in Sicht

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Die Hoffnungen sind zerschlagen, auch mit der Operation „Top Kill“ ist es BP nicht gelungen das Leck im Golf von Mexiko zu schließen. Möglicherweise können nur Parallelbohrungen die Quelle zum Versiegen bringen, doch das Vorhaben ist zeitaufwendig. Voraussichtlich werden also bis Ende August weiter täglich bis zu drei Millionen Liter Rohöl ins Meer strömen.

BP Chef Bob Dudley erklärte: “Die Entlastungsbohrlöcher Ende August sind sicher der letzte Akt. Es ist uns nicht gelungen das Biest niederzuringen. Wir werden eine Kuppel darüber stülpen und weiter mit Flüssigkeiten arbeiten. Wir müssen die Ölverschmutzung im Golf auf ein Minimum reduzieren.”

BP will nächste Woche wieder einen Versuch zur Eindämmung des Desasters starten.
In New Orleans macht sich Verzweiflung breit. Die Katastrophe bedroht die Lebengrundlage zahlreicher Fischer und auch der Tourismus leidet bereits. Der Barkeeper Todd Greaslan wirft BP Unfähigkeit vor:

“Sie haben nicht genügend darüber nachgedacht, bevor das alles passiert ist. Es ist in einer Tiefe von 1.500 Metern und es scheint ein riesiges Experiment zu sein. Sie experimentieren auf die Kosten anderer.”

Die ökologischen Folgen der schwersten Ölpest in der Geschichte der USA sind unabsehbar. Bisher sind mehr als 270 Kilometer Küste verseucht, rund 470 Vögel, 220 Schildkröten und 25 Meeressäuger verendet. Sorge bereitet der Beginn der Hurrikansaison, die Wirbelstürme könnten das Öl weiter in das Mississippi-Delta drücken.