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Spesenskandal verfolgt britische Regierung

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Spesenskandal verfolgt britische Regierung

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In der neuen britischen Regierung gibt es den ersten Rücktritt: Finanzstaatssekretär David Laws gab jahrelangen Betrug bei seinen Spesen als Abgeordneter zu.

Laws hatte dabei Geld für eine Zweitwohnung kassiert – insgesamt fast fünfzigtausend Euro. Diese
Wohnung gehört aber seinem langjährigen Lebenspartner. Bei dieser Gelegenheit wurde nun auch Laws’ Homosexualität öffentlich.

Kosten für die Wohnung eines Ehe- oder Lebenspartners abzurechnen ist im britischen Parlament seit 2006 verboten. Laws will die seitdem
abgerechneten Spesen zurückzahlen.

Laws gehört zu den fünf Liberaldemokraten in der Koalitionsregierung. Natürlich müsse er nun Fragen zu seinen Spesen beantworten, sagt sein Parteichef Nick Clegg. Er selbst hoffe aber, dass Laws danach in irgendeiner Funktion wieder in die Regierung zurückkehren könne.

Die Spesen der Parlamentarier sind seit letztem Jahr ein heißes Thema: Eine Zeitung enthüllte damals eine Unzahl von Betrugsfällen und Unregelmäßigkeiten. Viele Abgeordnete traten zurück oder stellten sich jetzt nicht mehr zur Wahl; das Vertrauen der Briten in ihre Volksvertreter sank ins Bodenlose.