Eilmeldung

Eilmeldung

Honda-Arbeiter in China streiken für höhere Löhne

Sie lesen gerade:

Honda-Arbeiter in China streiken für höhere Löhne

Schriftgrösse Aa Aa

Seit einer Woche alle vier Honda-Werke in China still – ein Ende ist vorerst nicht abzusehen. Rund 2000 Arbeiter in den Motorenwerken hatten damit begonnen, für höhere Löhne zu streiken. In China ist das eigentlich verboten.

Derzeit verdienen Honda – Arbeiter im Schnitt knapp 180 Euro im Monat. Sie fordern 240 bis 300 Euro.

Erst vor wenigen Tagen hatte Honda massive Expansionspläne auf dem chinesischen Automarkt verkündet – von derzeit 600 000 auf 830 000 Fahrzeuge.

Eine streikende Mitarbeiterin:

“Unser Gehalt ist sehr niedrig. Ich arbeite hier seit zwei Jahren. Mein Grundlohn ist immer noch bei 80 Euro, insgesamt bekomme ich 140 Euro. Wir bekommen selten Überstunden – sie würden das Gehalt erhöhen.”

Den Angestellten werden gute Chancen eingeräumt – im hochindustrialisierten Perlfluss-Delta im Süden Chinas herrscht Arbeitskräftemangel – 2 Millionen Arbeiter sollen fehlen. Rund 90 Prozent der im Delta ansässigen Unternehmen stellen ein.

In kritischen Internetforen wird Honda hoch angerechnet, dass man die Streiks nicht unterbindet, sondern verhandelt. Honda zeige eine humanere Einstellung als Foxconn.

Nach der Serie von Selbstmorden dort (beim weltgrößten Elektronikhersteller Foxconn) ist in China die Diskussion über lange Arbeitszeiten und strengen Drill neu entbrannt.

Chinesische Arbeitsrechtler fordern unabhängige Gewerkschaften und machen internationale Kunden mit verantwortlich für Chinas harte Management-Kultur und Arbeitsbedingungen.

Mehr als 100 Millionen chinesische Wanderarbeiter versorgen die “Werkbank der Welt”
mit immer neuen Arbeitskräften. Wer keine Beschäftigung auf dem Land findet, geht in die Stadt – für viele bedeutet das soziale Isolation bei Mini-Löhnen.