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Netanjahu sagt Treffen mit Obama ab

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Netanjahu sagt Treffen mit Obama ab

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Nach der gewaltsamen Erstürmung hat die israelische Marine das türkische Passagierschiff “Marmara” in den Hafen von Aschdod geschleppt. An Bord des
Schiffes hatten israelische Soldaten in den frühen Morgenstunden mindestens neun pro-palästinensische Aktivisten getötet. Bei dem Einsatz wurden nach Angaben der israelischen Armee auch sieben Soldaten verletzt. Nach Medienberichten kamen sogar mindestens 16 Personen ums Leben. Israel weist alle Schuld für das Blutbad von sich. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte bei einem Besuch in Kanada seine volle Unterstützung für die Kommandoaktion. Ein für Dienstag geplantes Treffen mit US-Präsident Barack Obama sagte er ab. “Wir wollten verhindern, dass Raketen, Sprengstoff und Kriegsmaterial nach Gaza gelangen, die gegen unsere Zivilisten eingesetzt werden”, so Netanjahu. “Das ist unsere Politik, die auch massgeblich für die gestrige Aktion war. Wir haben es geschafft, gegen fünf der sechs Schiffe friedlich vorzugehen. Das sechste und größte Schiff hatte mehrere Hundert Menschen an Bord und hat nicht nur nicht friedlich kooperiert; die ersten Soldaten, die an Bord kamen, wurden angegriffen, mit Knüppeln geschlagen, man ging mit Messern auf sie los. Es gibt sogar Berichte über Schüsse. Unsere Soldaten mussten sich verteidigen, ihr Leben. Sonst wären sie getötet worden.” Die israelischen Behörden wollen nun die Identität der Aktivisten überprüfen und sie befragen. Danach sollen sie in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Über die türkische Reaktion sprachen wir mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des türkischen Parlaments, Murat Mercan.