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Bringt die Ölpest BP zu Fall?

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Bringt die Ölpest BP zu Fall?

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Für BP könnte die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko der Anfang vom Ende sein. Die Aktien des Konzerns setzten in London ihre Talfahrt ungebremst fort, nachdem Analysten der Großbank UBS vor allem wegen der enormen Kosten, die auf BP noch zukommen, das Kursziel gesenkt hatten.

Das macht den einstigen Giganten verwundbar – und manche Experten halten sogar eine feindliche Übernahme für möglich. Exxon Mobil wäre ein denkbarer Interessent, oder auch Shell. Denn BP ist billig wie noch nie. Seit dem Unglück fiel die BP-Aktie um 36 Prozent, der Konzern büsste umgerechnet rund 50 Milliarden Euro an Wert ein. Und während BP im Vorjahr noch sechs Milliarden Euro Unternehmenssteuer zahlte und acht Milliarden an Dividende ausschüttete, können Aktionäre und Regierung dieses Jahr kaum auf so viel Geld von dem Ölkonzern hoffen.

Ein Problem für das neue britische Kabinett, das angetreten ist, um das Haushaltsdefizit zu verringern. Dafür wäre jeder Cent vonnöten – aber ob BP überhaupt in der Lage ist, Steuern zu zahlen, bleibt als fraglich. Schließlich kostete die Katastrophe den Konzern schon bis jetzt 811 Millionen Euro. Und selbst Rentner müssen zittern: Die meisten britischen Rentenfonds setzten auf BP-Aktien, die als sicher galten. Geht das Geld verloren, könnte dies auch für die Fonds in einer Katastrophe enden.