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La Baule wird zum Zentrum der Weltwirtschaft

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La Baule wird zum Zentrum der Weltwirtschaft

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Die globale Wirtschaft verändert sich und Europa muss sich anpassen: Das ist das zentrale Thema der achten World Investment Conference im französischen Badeort La Baule.

In der Krise wurden die Karten neu gemischt. Die großen Schwellenländer bekamen eine Schlüsselrolle, sie investieren mehr und mehr in Europa. Chinas Investitionen etwa nahmen 2009 im Jahresvergleich um 30 Prozent zu; sie sind bereits der drittstärkste Arbeitsplatzbeschaffer. “Die Geschäftsleute aus diesen jungen Volkswirtschaften, kommen nach Europa, um neue Technologien zu entdecken”, erläutert Marc Lhermitte von Ernst & Young, “Verfeinerungen für ihre Produkte, vielleicht sind sie auf der Suche nach neue Marken oder Fähigkeiten, die sie in ihrer Kultur nicht kennen.”

Die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar und dem Yuan könnte den Trend verstärken. Aber für die chinesischen Geschäftsleute in La Baule reicht das nicht aus: Sie fürchten, dass ihre Exportwirtschaft nicht wettbewerbsfähig genug ist. Pierre Guénant, Präsident des Initiativrats der Konferenz, illustriert das anhand einer Geschichte: “Ein chinesischer Firmenchef hat zu mir gesagt: Glauben Sie nicht, dass der angemessene Kurs für den Euro ein Dollar 30 ist? Ich habe geantwortet: Das glaube ich nicht, 1 Dollar 20 wäre angemessener. Und vergessen Sie nicht 2001, damals waren es 80 Cent. Er hat das nicht gern gehört.”

Die europäischen Exporteure hingegen reiben sich die Hände. “Es ist gut für Airbus”, freut sich Airbus-Chef Thomas Enders. “Ein Kurs von einem Dollar 20 für einen Euro ist fair. Als wir den Euro eingeführt haben, lag er bei einem Dollar 18, mit einem Dollar 20 sind wir fast wieder dort.”

Die Europäer in La Baule hoffen, dass ein schwächerer Euro das Wachstum ankurbelt und sich als Schlüssel erweist, um langfristig Investoren anzuziehen.