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Tödliche Schüsse in belgischem Gericht

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Tödliche Schüsse in belgischem Gericht

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Eine Friedensrichterin und ihr Protokollführer sind in Brüssel bei laufender Verhandlung erschossen worden. Der Täter flüchtete anschließend. Nach ersten Medienberichten soll es sich um einen Albaner handeln, der vor einigen Tagen selbst einen Sorgerechtsprozess hatte und mit dem Urteil unzufrieden war.

Da sich die Friedensrichter an dem Zivilgericht üblicherweise mit kleineren Strafsachen befassen, seien die Kontrollen dort weniger strikt, erklärte Justizminister Stefaan De Clerck am Nachmittag. Niemand könne die Gebäude aller Friedensgerichte in Belgien kontrollieren und sichern. Der Täter sei immer noch flüchtig und Polizei und Justiz unternähmen große Anstrengungen, ihn zu finden. De Clerck verwies dabei auf Augenzeugen.

Die Richterin und Gerichtspräsidentin hatte mit Nachbarschafts- und Scheidungsangelegenheiten zu tun. Sie soll durch einen Kopfschuss getötet worden sein. Der Täter habe zunächst bei der Verhandlung zugehört und zu deren Ende um sich geschossen, hieß es. Medienberichten zufolge hatte er auch ein Beil bei sich. Nach den Schüssen verfolgte ein Anwalt, der bei der Verhandlung zugegen war, den Mann, verlor ihn aber aus den Augen.

Regierungsmitglieder, Richter und Anwälte hielten am Nachmittag im Justizpalast eine Schweigeminute für die Opfer ab.

Die Sicherheit der Justizgebäude in Belgien stand in der Vergangenheit öfter in Zweifel, insbesondere nach spektakulären Fluchten von Häftlingen.