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Europäische Gewerkschaften kündigen heißen Herbst an

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Europäische Gewerkschaften kündigen heißen Herbst an

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“Wir werden in den nächsten Monaten weiter Druck ausüben. Wir wollen keinen trostlosen Winter für die Arbeitslosen”, so der Generalsekretär des europäischen Gewerkschaftsbundes John Monks, bei einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Die europäischen Regierungen versuchen mit ihrem Sparkurs die Finanzmärkte zu beruhigen, doch laut Monks könnten schon bald noch mehr Bürger lautstark ihrem Unmut auf den Straßen Luft machen:
“Im Herbst und Winter wird den Menschen das Ausmaß der Kürzungen bei Lohn, Arbeitsstellen und Renten bewusst werden. Die Gemüter könnten sich schnell erhitzen.”

Für den 29. September, zeitgleich mit dem Treffen der EU-Wirtschaftsminister in Brüssel, haben die Gewerkschaften europaweite Demonstrationen und Streiks angekündigt. In Frankreich hatten vergangene Woche bereits Hunderttausende gegen die geplante Rentenreform protestiert.

Der Generaldirektor des
Unternehmerverbands Business Europe, Philippe De Buck, versuchte zu schlichten:
“Wir müssen das Vertrauen wieder aufbauen, deswegen ist der soziale Dialog wichtig, doch wir verlassen uns auch darauf, dass die Gewerkschaften Unruhen vermeiden.”

Laut dem französischen Gewerkschaftschef Bernard Thibault sitzt Europa auf einem sozialen Pulverfass, denn die Arbeiter seien die Opfer einer Krise, die sie nicht verursacht hätten. Er klagte außerdem, dass die Gespräche mit Barroso nichts gebracht hätten.