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Türkei sucht Nähe zu irakischen Kurden

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Türkei sucht Nähe zu irakischen Kurden

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Die Türkei will enger mit den Kurden im Irak zusammenarbeiten. Zu Gesprächen darüber ist Massud Barsani, der Präsident der irakischen Kurden, gerade in Ankara.

Diese Zusammenarbeit ist zum einen für die türkische Wirtschaft wichtig. Die beiden größten türkischen Banken wollen Filialen in Erbil eröffnen, der Hauptstadt der irakischen Kurden. Von Istanbul aus wird es bald einen Direktflug geben.

Zum anderen geht es der Türkei aber auch um Unterstützung im Kampf gegen militante Kurden im eigenen Land. Für diese Kämpfer ist der Nordirak ein
wichtiges Rückzugsgebiet.

Barsani zeigt sich für diese Zusammenarbeit offen: Man wolle ein Ende der Gewalt, sagt er. Die Sicherheit der Türkei hänge mit der der irakischen Kurden zusammen. Man werde verstärkt versuchen, den bedauerlichen Zustand zu beenden.

Das Volk der Kurden ist über das Gebiet mehrerer
Länder verteilt. Im Irak bewohnen sie seit dem Sturz von Diktator Saddam Hussein ein autonomes Gebiet. In der Türkei haben sie nach langer Unterdrückung in letzter Zeit wichtige Rechte errungen. Die so genannte Arbeiterpartei PKK kämpft dort aber weiterhin mit Gewalt für einen eigenen Kurdenstaat.

Erst Anfang der Woche haben vermutliche PKK-Kämpfer im Süden der Türkei einen Stützpunkt der
Kriegsmarine mit Raketen beschossen. Dabei töteten sie sechs Soldaten. Auch in den Tagen zuvor gab es tödliche PKK-Anschläge ebenso wie türkische Luftangriffe gegen die PKK im Nordirak.